Entstehung

In nicht allzu fern zurückliegender Zeit, da begab es sich, dass eine junge Frau einen zündenden Einfall hatte. Es war ein mutiger, ein gewagter, ein anspruchsvoller Einfall, der sich allmählich von einem Gedankenspiel zu papierner Realität entwickeln sollte.


Ein Magazin wollte sie gründen, das sich mit Erotik auseinandersetzen sollte. „Mit Erotik?“, fragten verwunderte Interessierte, „Welch altmodisch und obszön anmutender Begriff. Was soll das sein und gibt es diese Erotik überhaupt?“ Die Einfallsreiche jedoch ließ sich nicht beirren und scharrte nach und nach eine Gruppe überzeugter Mitstreiterinnen um sich, die der eigenen Unerfahrenheit und den Fallstricken der diffusen Thematik zum Trotz bereit waren, die Idee in die Tat umzusetzen.


Sie waren sich im Klaren darüber, dass die Abbildung eines schillernden Phänomens wie der Erotik vieler Stimmen bedürfe – sie könnten nicht nur aus ihren eigenen Erfahrungen speisen, sondern waren auf vielfältigste Stimmen angewiesen.


So gaben sie über sämtliche verfügbaren Kanäle bekannt, was ihr Vorhaben war, und hofften, Menschen unterschiedlichster Identitäten und biografischer Hintergründe zu erreichen. „Möget ihr uns erzählen, was ihr unter Erotik versteht, auf dass wir eure künstlerischen Beiträge sammeln und ihnen einen Rahmen geben können!“

So ließen sich die emsigen Künstler*innen an ihren Schreibtischen nieder, griffen zu Kamera, Stift oder technischem Zubehör, lugten in vergessene Schubladen und beförderten Großartiges zutage.

Die Erträge ihrer Mühen und Muse ließen sie alsbald der Gruppe kühner Frauen zukommen. Die staunten, als sie zu Gesicht bekamen, was da in den Gedanken ihrer Mitmenschen geschlummert hatte.

Viele Stunden verbrachten sie damit, zu diskutieren, zu bewundern, den eigenen Anspruch zu fürchten, sich im Chaos zu orientieren und in Widersprüchen zu verstricken und dann endlich einzuordnen, was ihnen da vertrauensvoll überreicht worden war.

FLUT Team, 27.07.2020

Über die Früchte dieser Arbeit von vielen also können sie nun ihre Fingerspitzen wandern lassen, Haut auf Haut gewissermaßen. Etwas verwundert sind sie, dass der anfänglich so realitätsfern erscheinende Einfall tatsächlich Wirklichkeit geworden sein soll, aber auch stolz ob des langen Prozesses, unschlüssig angesichts vieler erotischer Fragen und stets in dem Bewusstsein, dass die Abbildung von Erotik so viel erfordert: Ehrlichkeit, Normenbrüche, Feingefühl, Waghalsigkeit, Selbstkritik.


Um zu teilen, was da entstand, sich durchfluten zu lassen von Eindrücken, in Sektfluten unterzugehen, in musikalischen Fluten zwischen flutend transpirierenden Tanzenden zu baden, sich der Flut an Meinungen zu stellen – zu diesem Zweck luden die Fluterinnen heute. Und wenn alle Geladenen den Abend genießen, dann lassen wir uns bis in die Morgenstunden von der Flut treiben.

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